Foto: Mike Steele / Flickr

So verbringst du ein Wochenende in Berlin für nur 20 Euro!

Klar, 12-Stunden-Flug und Jetlag, andere Sprache und fremdes Essen führen erst dazu, dass sich eine Reise nach einer Reise anfühlt. Aber dieses Feeling hat nunmal eher negative Auswirkungen auf euren Kontostand. Wenn ihr einfach mal kurz rauswollt, gibt es doch auch in Deutschland genug zu sehen. Und die „Mudderstadt“ Berlin ist definitiv immer eine Reise wert.

Ich habe diesen Sommer für drei Monate in der Hauptstadt gelebt und dabei einige Ecken, Locations und Tricks entdeckt, mit denen ihr für wenig bis kein Geld eine tolle Zeit haben könnt. Die besten davon stelle ich euch hier für ein Wochenende in Berlin zusammen, für das ihr weniger als 20 Euro bezahlt!

Dass man mit dem Fernbus günstig durch Deutschland reisen und in Hostels günstig oder als Couchsurfer gratis übernachten kann, wisst ihr. Deshalb geht es in meinem Blog immer nur um das, was ihr an euren Reisezielen alles für möglichst wenig Geld erleben könnt.

Free Walking Tour

Kosten: Freiwillige 5 € Trinkgeld – Restbudget: 15 €

Samstag, 11:00 Uhr: Wenn ihr schon einmal in Berlin seid, gehört ein bisschen Touri-Programm dazu. Am billigsten geht das mit der „New Berlin Tour„, einer kostenlosen Stadtführung durchs Regierungsviertel. Sie startet direkt am Brandenburger Tour und dauert etwa zweieinhalb Stunden. Beginn ist täglicj um 11 Uhr auf Englisch, donnerstags bis sonntags gibt es auch eine deutsche Führung. Die Touren sind kostenlos, die Guides leben rein vom Trinkgeld. Ich habe bei solchen Touren immer den Eindruck, dass sich eure Stadtführer dadurch extra-viel Mühe geben und wirklich engagiert und unterhaltsam sind.

East Side Gallery

Kosten: 0 € – Restbudget: 15 €

Samstag, 14:00 Uhr: Vom S-Bahnhof Friedrichstraße fahrt ihr in Richtung Osten. Steigt am Ostbahnhof aus und lauft in Richtung Spree. Hier stehen auf über einem Kilometer noch Teile der Berliner Mauer, auf denen ihr euch rund einhundert Gemälde angucken könnt. Auf dem Rückweg wechselt ihr auf die andere Seite der Mauer und spaziert an der Spree entlang – wenn ihr noch ein bisschen entspannen wollt, chillt euch zu den anderen Leuten auf die Wiesen. Am anderen Ende der East Side Gallery landet ihr am S+U-Bahnhof Warschauer Straße – hier geht es vor allem nachts ab. Aber auch tagsüber lohnt es sich, ein bisschen durch Friedrichshain (links) oder Kreuzberg (rechts) zu schlendern, bis ihr irgendwann Hunger bekommt.

Die günstigste Pizza der Stadt

Kosten: 5,70 € (inklusive Cocktail) – Restbudget: 9,30 €

Samstag, 19:30 Uhr: Ja, man kann in Berlin günstig essen. So richtig günstig. Und trotzdem gut. Mein absoluter Favorit: Die Pizzeria „San Marco“ in der Schönhauser Allee. Hier gibt es jede Pizza zu jeder Uhrzeit für 2,70 Euro. Richtig gelesen. Keine Sorge: Die Pizza schmeckt und hat eine normale Größe. Wahnsinn! Passend dazu gibt es bei „San Marco“ auch noch alle Cocktails für 3,00 €. Wie zu erwarten ist es hier gerade abends am Wochenende immer ziemlich voll, so dass ihr möglicherweise ein paar Minuten auf einen Tisch warten müsst. Aber das lohnt sich!

Der Abend und die Nacht

Kosten: 1,50 € – Restbudget: 12,80 €

Samstag, 23:00 Uhr: Wenn ihr bei San Marco vielleicht doch noch ein paar Euro eures Budgets für Cocktails verschwendet habt, seid ihr jetzt in der richtigen Stimmung für eine Berliner Nacht. Vorneweg: Die „coolen“ „Szene“-Clubs kosten in der Regel mindestens zehn bis 12 Euro Eintritt. Schaut euch stattdessen für euer konkretes Wochenende auf gratis-in-berlin.de um – hier gibt es massig Tipps für kostenfreie Veranstaltungen. Hier findet ihr auch immer wieder Hinweise zu kostenlosen Konzerten, Salsa-Partys oder Bühnenveranstaltungen.

Alternativ kauft ihr euch in einem Späti eurer Wahl ein Bier für 1,50 € und lasst euch einfach durch die belebten Straßen gleiten: Warschauer Straße, Rosenthaler Platz oder Kottbusser Tor bieten auch open air genügend Unterhaltungs-Potenzial.

Mauerpark-Karaoke

Kosten: Freiwillige 2 € – Restbudget: 5,80 €

Letztes Mal. #karaoke #mauerpark #berlin

Ein von Stefan Krombach (@derkrombach) gepostetes Foto am


Sonntag, 12:00 Uhr: Bei Berlinern einigermaßen verpöhnt, bei Touristen zurecht beliebt: Am Sonntag Nachmittag müsst ihr unbedingt in den Mauerpark (U-Bahnhof Bernauer Straße oder Eberswalder Straße). Zugegeben, der wuselige Flohmarkt ist eher so, wie sich Tante Traudel das junge, alternative Berlin vorstellt. An mindestens fünf Ständen werden die gleichen Jute- und Turnbeutel mit hipsterigen Motiven angeboten. Schnell einmal drüberschlendern, um mal da gewesen zu sein, reicht vollkommen. An einem der zahlreichen Food-Trucks („Imbissstände“ klingt ja sooo 2011!) könnt ihr euerm Magen etwas Gutes tun.

Das wahre Mauerpark-Feeling gibt es sowieso nebenan auf den weitläufigen Wiesen. Hier zeigen Bands, Sänger und Akrobaten, womit sie wahrscheinlich locker jede Supertalent-Staffel gewonnen hätten. Einmal saß ich bestimmt eine halbe Stunde lang am Wegrand und lachte mir das Zwechfell kaputt über einen Clown, der mit Latzhose und Nasenpfeife bewaffnet auf die Passanten losging.

Das absolute Highlight ist aber das Karaoke im Amphitheater. Auf den Rängen sitzen jedes Wochenende locker Tausend Menschen. Im kreisrunden Innenraum baut seit sieben Jahren Joe Hatchiban sein „Beer Pit Karaoke“ auf, ein kleiner Rollwagen, Laptop, Mikrofon und zwei ordentliche Boxen genügen für einen grandiosen Nachmittag. Dabei ist komplett egal, ob die Singenden großartig oder grottenschlecht sind: Tosender Applaus am Liedende ist sicher. Joe geht während der Songs immer mit einer Spendendose durchs Publikum – wenn ihr wollt, werft ihm ein, zwei Münzen rein.

Falafel mit Gratis-Tee und Wellness-Feeling

Kosten: 3 € – Restbudget: 2,80 € €

Sonntag, 17:00 Uhr: Nach dem vielen Rumlaufen durch Berlin habt ihr euch einen Snack und eine Runde Entspannung verdient. Mein persönlicher Geheimtipp ist das „Em-Samir Hamida“ in der Sonntagstraße 29. Ein klitzekleiner Shawarma/Falafel-Laden, der von außen total unscheinbar wirkt. Sobald ihr aber durch die Tür nach drinnen geht, seid ihr im Paradies. Zieht eure Schuhe aus und macht es euch auf den Kissen gemütlich. Im Hintergrund läuft entspannte orientalische Musik, zwischen euch warten große, goldene Rundtische auf Euer Essen.

Sowohl Shawarma als Falafel sind hier wirklich lecker und kosten um die drei Euro. Zur Begrüßung gibt’s in der Regel noch einen (superleckeren) Zimttee auf’s Haus. Ich habe in diesem Laden schon zwei Stunden mit Freunden rumgelegen, weil es einfach so urgemütlich ist. Dürft ihr euch nicht entgehen lassen!

Public Tatort-Viewing

Kosten: 2 € für ein Bier – Restbudget 0,80 €

Sonntag, 20:15 Uhr: Zum Abschluss eures Wochenendes darf es ruhig ein wenig Spießertum sein. Spart euch die Kinokarte und geht stattdessen in einer der unzähligen Berliner Kneipen, die allsonntäglich den Tatort auf mal kleinerer, mal größerer Leinwand zeigen. Eine Übersicht gibt es hier.

Über den Autor

Stefan

Ich bin die letzten vier Monate als Crew-Mitglied auf einem Kreuzfahrtschiff um die Welt gefahren, habe davor Online-Journalismus studiert und beim Radio gearbeitet und liebe es, Geld zu sparen. Auf diesem Blog lasse ich euch an meinen Reisen teilhaben, bei denen ich immer nach Möglichkeiten suche, Geld zu sparen oder kostenlose Dinge zu erleben.
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